Merzig, 02.09.2017

Die Zukunft des Fahrens heute schon live erleben war das Motto des Tages des offenen Testfeldes am 02. September in der Merziger Innenstadt. Das Interesse der Bürger war bereits am Vormittag groß: die 142 Mitfahrplätze für Demonstrationsfahrten in den vier Forschungsfahrzeugen mussten an dem Informationsstand per Glücksrad verlost werden.

„Was bisher im Hintergrund, kaum sichtbar, bereits seit Jahren in Merzig real getestet und das Autofahren der Zukunft grundlegend ändern wird, live zu zeigen und erlebbar zu machen, war uns von Anfang an wichtig“, so Bürgermeister Hoffeld.

Seit zwei Jahren führen Prof. Horst Wieker und sein Team der Forschungsgruppe „Verkehrstelematik“ der Hochschule für Technik und Wirtschaft  des Saarlandes (htw saar) erfolgreich in Merzig Forschungsprojekte für vernetztes und automatisiertes Fahren durch. Das Forschungsprojekt iKoPA (integrierte Kooperationsplattform für automatisierte Fahrfunktionen) hat beispielsweise zum Ziel, eine sichere sowie zuverlässige Kommunikation von Informationen, insbesondere für (teil-)automatisierte Elektrofahrzeuge, zu schaffen.

„Ich freue mich sehr, dass uns die Kreisstadt Merzig die Möglichkeit bietet, unsere Forschungsprojekte in der Realität zu testen“, ergänzt Prof. Wieker.

Auch Verkehrsministerin Anke Rehlinger lobte die Forschungsaktivitäten und betonte, dass das Saarland an der Zukunft der Mobilität mit der deutsch-französischen Teststrecke und dem digitalen Testfeld der htw saar in Merzig mitschreiben will.

Auf dem Kretzschmar-Platz sowie dem Rathausinnenhof konnten Besucher von 10:30 bis 17:00 Uhr viele interessante Erfahrungen im Bereich des vernetzen und automatisierten Fahrens machen und live erleben. So bot die htw saar Testfahrten mit Fahrzeugen mit zukünftiger Technik auf einem Rundkurs durch die Merziger Innenstadt an, so dass sich die Fahrgäste selbst ein Bild von den Ergebnissen der Forschungsprojekte machen konnten. Im Bereich des Baltesparkplatzes, der sich gegenüber der Stadthalle befindet, wurde ein Fußgängersimulator aufgebaut. Mit dem Simulator wurde ein Warnsystem demonstriert, das Autofahrer auf Fußgänger aufmerksam macht, die beispielweise aus der Verdeckung hinter einem parkenden Lastkraftwagen oder einer nicht einsehbaren Ecke hervorkommen. Daneben wurden auf dem Baltesplatz ein Bremswarnungssystem und ein Parkplatzreservierungs- und Parkplatznavigationssystem gezeigt.

Darüber hinaus wurde in einem praktischen Anwendungsfall eine Falschfahrererkennung simuliert. Hierzu wurde die Einbahnstraße der Bahnhofstraße in die entgegengesetzte Fahrtrichtung gekehrt, so dass bei dem Testfahrzeug die beabsichtigte Warnmeldung bei laufendem Verkehr erfolgen konnte. Diese Strecke fuhr auch ein zweites Testfahrzeug ab, sodass bei der Einfahrt in die Bahnhofstraße das erste Testfahrzeug eine Gefahrenmeldung erhielt, dass sich in der Straße ein Geisterfahrer befindet. Gleichzeitig wurde dem Falschfahrer selbst angezeigt wurde, welche Maßnahmen zu ergreifen sind, um die Falschfahrt schnellstmöglich zu beenden. Im weiteren Verlauf des Kurses wurde ein Fahrzeug an einer schlecht einsehbareren Stelle mit Warnblinkanlage abgestellt und simulierte so ein liegengebliebenes Fahrzeug. Das herankommende Fahrzeug wurde in diesem Fall gewarnt und konnte so rechtzeitig die Geschwindigkeit anpassen und eine potenziell gefährliche Situation vermeiden. In den beiden konkreten Fällen wird durch die gegenseitige Kommunikation der Verkehrsteilnehmer die Sicherheit deutlich erhöht.

Der letzte Anwendungsfall, der gezeigt wurde, ergänzte  neben dem Thema Sicherheit noch die Bereiche Verkehrseffizient und Umwelt. An der Kreuzung vor dem Rathaus wurde den Versuchsfahrzeugen per Funk mitgeteilt, wann die Ampel auf Rot beziehungsweise wieder auf Grün schaltet. Hierdurch konnte die Geschwindigkeit der Fahrzeuge frühzeitig angepasst werden, so dass unnötige Halte und damit Lärm- und Emissionsbelastungen vermieden werden konnten.

Aber auch auf dem Veranstaltungsgelände selbst gab es einiges zu sehen. So hielt Prof. Dr. Horst Wieker im Projektbüro, das allen beteiligten Unternehmen und Organisationen zu Forschungszwecken zur Verfügung steht, Vorträge zu dem Testfeld und den Forschungen in Merzig. Der neurokognitive Zweig der htw saar veranschaulichte mit mutigen Freiwilligen, wie das Gehirn beziehungsweise das Nervensystem Informationen verarbeitet. Der Bereich Fahrzeugtechnik zeigte moderne Emissionsmesssysteme, alternative Antriebe und Informationen zu Zugangssystemen für Fahrzeuge. Zudem war die htw saar mit einem Stand vertreten, der über die einzelnen Studiengänge der Hochschule informierte. Die ideale Werbeplattform machte sich auch die Kreisstadt Merzig zunutze und warb u.a. für die touristischen Sehenswürdigkeiten der Region. Abgerundet wurde der Informationstag durch die Merziger Auto- und Fahrradhändler, die auf dem Rathausinnenhof Modelle im Bereich der Hybrid- und E-Mobilität präsentierten. Ebenso schlossen sich auch die Merziger Kaufleute dem Tag des offenen Testfeldes an und hielten ihre Geschäfte in der Fußgängerzone länger geöffnet.

 

 

An der Zukunft der Mobilität wollen wir im Saarland mit der deutsch-französischen Teststrecke und dem digitalen Testfeld der htw saar in Merzig mitschreiben. #Digitalisierung #SmartMobility #Industrie4.0

Posted by Anke Rehlinger on Samstag, 2. September 2017

 

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