htw saar sehr erfolgreich bei Drittmitteleinwerbung

Übergabe der Bewilligungsbescheide durch den Chef der Staatskanzlei

Die Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (htw saar) hat sich im vergangenen Jahr sehr erfolgreich bei der Ausschreibung FHInvest des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) beworben und konnte mit zwei Anträgen Drittmittel in Höhe von insgesamt 1,16 Mio. EUR einwerben.

Von den über 130 bundesweit eingereichten Anträgen wurden lediglich 15 Anträge positiv beschieden. An der Förderung beteiligt sich die Staatskanzlei des Saarlandes mit 20 Prozent, dies entspricht einer Summe von mehr als 232.000 Euro, die aus dem Landesforschungsförderungsprogramm bereitgestellt wurden.

Beide Forschungsanträge befassen sich mit Intelligenten Maschinen der Zukunft:

Das Projekt von Prof. Dr. Horst Wieker „Intelligent Transport System Tester“ (ITS-Tester) umfasst den Aufbau einer Testplattform in der Kreisstadt Merzig. Mehrere Verkehrsknotenpunkte (zentrale Kreuzungen) werden mit ITS-Systemkomponenten ausgestattet zur Erfassung der aktuellen Verkehrslage in Echtzeit. Dies soll der Entwicklung intelligenter Unterstützungssysteme im Straßenverkehr dienen.

Das Projekt von Prof. Dr. Dr. Daniel Strauß dient der Optimierung der Mensch-Maschine-Schnittstelle. Das Forschungsprojekt MINDSCAN ist ein System zur Anzeige von Aufmerksamkeit und kognitiver Anstrengung in virtuellen Umgebungen.

Der Chef der Staatskanzlei, Jürgen Lennartz, überreichte heute symbolisch die beiden Bescheide des Saarlandes und beglückwünschte Prof. Dr. Horst Wieker und Prof. Dr. Dr. Daniel Strauss zu ihrem herausragenden Erfolg. „Mit diesen Initiativen spielt die htw saar in der Bundesliga der deutschen Fachhochschulen auf den vordersten Plätzen mit“ betonte Jürgen Lennartz. Er wünsche sich, dass das hervorragende Potential der htw saar auch bei weiteren Ausschreibungen genauso erfolgreich genutzt werden könne.

Prof. Dr. Wolrad Rommel, Rektor der htw saar, erklärte: „Dies ist ein sehr deutliches Signal unserer Forschungsstärke. Wir sind hier nicht Mainstream, sondern Mitwegbegleiter eines gerade für saarländische Unternehmen sehr attraktiven Zukunftsmarkts mit hoher Wertschöpfung.“

Die Projekte im Detail

MINDSCAN

Hochauflösender Neuromonitor zur Analyse von Aufmerksamkeitsprozessen und kognitiver Anstrengung in interaktiven virtuellen Umgebungen

Mindscan ist ein System von zwei Elektroenzephalograf-Systemen (EEG), mit denen die elektrische Aktivität des Gehirns gemessen und grafisch dargestellt wird. Mit diesen zwei frei programmierbaren EEG-Systemen lassen sich hochauflösende EEGs von zwei Personen bei aktiven Kommunikationsprozessen aufzeichnen.

Das System kann zur objektiven neurokognitiven Bewertung von Mensch-Maschine-Schnittstellen in flexiblen virtuellen Umgebungen mit unterschiedlichen Anforderungen bzgl. Aufmerksamkeit und kognitiver Last genutzt werden. So können z.B. Assistenzsysteme im Automobil- und in der Luft- und Raumfahrttechnik in Extremsituationen objektiv bewertet und optimiert werden. In der Medizintechnik erlaubt dieses System z.B. die optimale Auslegung von Hörsystemen im Hinblick auf neurokognitive Faktoren in verschiedensten, auch interaktiven Hörsituationen.

MINDSCAN wird die wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Verwertungsmöglichkeiten mehrerer bereits geförderter Projekte von Strauß deutlich erweitern. Diese Projekte haben z.B. die neurokognitive Analyse von Aufmerksamkeit in Mensch-Fahrzeug-Schnittstellen und bei Fahrassistenzsystemen oder auch der optimale Anpassung von Hörhilfen in Bezug auf kognitive Faktoren zum Ziel. In diese Projekte sind führende Hersteller von Automobilen bzw. Hörhilfen sowie mehrere nationale und internationale Forschungsinstitutionen als Partner involviert.

Informationen zu ITS-Tester:

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt Intelligent Transport System (IST) Tester umfasst den Aufbau einer ITS-Testplattform in der Kreisstadt Merzig. Geplant ist die Ausrüstung von mehreren Verkehrsknotenpunkten (zentrale Kreuzungen) mit ITS-Infrastrukturkomponenten zur Erfassung und Sammlung von Daten, die von Testfahrzeugen geliefert werden. Eine Kooperation mit dem öffentlichen Personennahverkehr ist geplant, um – nach einer rechtlichen Überprüfung – Busse als permanente Datengeber zu involvieren. Für eine optische Validierung der gesammelten Testdaten sind spezielle Kameras zur Erfassung der aktuellen Verkehrslage vorgesehen.

Das lokale Testfeld wird über Mobilfunk Daten mit einer Zentrale austauschen. Diese umfasst mehrere Bedienarbeitsplätze, einen Verkehrsrechner zur Einbeziehung von Ampelschaltphasen und der Gesamtverkehrslage in die Analyse, ein Applikationssystem für ITS-spezifische Anwendungen und ein Auswertungssystem. Expertisen aus vorangegangenen Projekten haben gezeigt, dass bei einem solchen Vorhaben mit einem enormen Datenvolumen zu rechnen ist, dessen zeitnahe und aktuelle Auswertung hohe Anforderungen an Speicherplatz und Verarbeitungskapazität stellt. Infolgedessen sind ein entsprechendes Datenhaltungssystem zur Speicherung und der Einsatz von High-Performance-Clustern als Grundlage für eine effiziente Verarbeitung notwendig.

Der Fokus liegt im Projekt auf der Schaffung der physikalischen Grundlagen für das Testen von ITS-Diensten in einem realen Umfeld unabhängig von bereits existierenden Service Plattformen. Dies bietet die Möglichkeit neue Funktionalitäten und Technologien auf einer offenen Plattform zu testen.