Entwicklung:

Vor der eigentlichen Gründung der Forschungsgruppe (2007) wurde bereits 2004 das europäisch geförderte Forschungsprojekt FP6 PReVENT-WILLWARN mit großem Erfolg durchgeführt. Die daraus resultierende große Anerkennung der Automobilhersteller und Zulieferer führte dazu, dass weitere Folgeprojekte akquiriert und zusätzliche Mitarbeiter eingestellt werden konnten.

Die Fokussierung der Aktivitäten der Forschungsgruppe auf die Gebiete Fahrzeug-Fahrzeug und vor allem Fahrzeug-Infrastruktur Kommunikation erfolgte mit der Durchführung des national geförderten Projektes AKTIV-VM: Adaptive kooperative Technologien für den Intelligenten Verkehr – Verkehrsmanagement. Die FGVT war in diesem Projekt für die komplette Umsetzung der Fahrzeug-Infrastruktur Kommunikation (inklusive der zentralseitigen Server und der infrastrukturseitigen Road Side Units) verantwortlich. Zusätzlich wurde die Ausstattung des Versuchsgebietes im Raum Frankfurt realisiert.

Wie bereits im Projekt AKTIV war die Forschungsgruppe für Verkehrstelematik auch im Projekt simTD – Sichere Intelligente Mobilität – Testfeld Deutschland für die Kommunikation zwischen Infrastrukturkommunikationseinheiten und der Verkehrszentrale verantwortlich.
Die Verwaltung der IRS im groß angelegten Feldversuch dieses Projektes, welcher mit bis zu 500 Fahrzeugen und mehr als 100 IRS durchgeführt wurde, war das Arbeitsgebiet der Forschungsgruppe.

Die FGVT hat im aktuellen Projekt CONVERGE die Konsortialführung übernommen. Aufgrund ihres fundierten Wissens im Bereich der ETSI-ITS-G5-Kommunikation und IRS-Entwicklung wurde auch die Leitung des Arbeitspakets für die ITS-Infrastruktur-Anbindung sowie wesentliche Zuständigkeiten in Puncto Integration, Verifizierung und Demonstration im CONVERGE-Projekt übernommen.

In Folge dessen wurde die htw saar mit der FGVT in den entsprechenden Arbeitsgruppen Mitglied von ETSI-ITS. Des Weiteren ist die Forschungsgruppe „Development Member“ im Car to Car Communication Consortium (C2C-CC) und Übernahm 2008 die Verantwortung für die technische Umsetzung der C2C-Demo 2008. In dieser Demo wurde zum ersten Mal in Europa Interoperabilität über alle Schichten des OSI Referenz Modells im Bereich ITS hergestellt und demonstriert.
Im Zuge dieser Demonstration wurde Mitte des Jahres 2009 ein Technical Report vom European Telecommunication Standardisation Institute – ETSI veröffentlicht, welcher seitdem als Grundlage für die laufenden Projekte AKTIV und simTD gilt. (ETSI TR 102 698)

Die Forschungsgruppe Verkehrstelematik arbeitete 2010/11 in der ETSI Specialist Task Force 395 Working Group 4 Specialist Task Force 395 “Configuration and validation of channel congestion control methods of ITS and techniques for co-existence cooperative ITS / Dedicated Short Range Communication and performance and potential for the STDMA medium access SA/ETSI/ ENTR/000/2009-08” an Regeln und Richtlinien um die Performance und Robustheit des kooperativen Kommunikationssystems 802.11p zu gewährleisten.

Seit 2015 versucht die Forschungsgruppe Verkehrstelematik zudem auch die Elektromobilität ITS-fähig zu machen. Der Anspruch ist es, die jetzige Situation im Bereich der Elektromobilität grundlegend zu ändern, um so einen entscheidenden Beitrag zu leisten, um die übergeordneten energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung im Rahmen der Energiewende zu adressieren. Die Technik soll genaue Anforderungsspezifika der Elektromobilität adressieren, um so Empfehlungen für die Überwindung von Innovationshürden zu entwickeln.

Durch die laufenden Projekte No LimITS und iKoPA wird die FGVT ihre technische Expertise und ihre wissenschaftliche Methoden insbesondere im Bereich C-ITS und Elektromobilität deutlich verstärken können und ergänzt ihre Arbeiten im Technologiebereich zudem um Schlüsselkompetenzen im Bereich der Ökonomie (sozialwissenschaftliche Erhebungen, sozio-ökonomische, energiewirtschaftliche Kompetenzen).
Auch im aktuellen Projekt iKoPA hat die FGVT die Konsortialführerschaft übernommen. Das Vorhaben iKoPA zielt auf eine zuverlässige Automatisierung von Elektrofahrzeugen über sichere Elektronikkomponenten mit einheitlichen Schnittstellen.

Die Forschungsgruppe Verkehrstelematik der htw saar hat jahrelange Erfahrung im Akquirieren und Leiten von Bundes und EU Projekten. Neben der kommunikationsinformatischen Kompetenz im Bereich ITS, Elektromobilität und autonomen Fahren zeichnet sich die Forschungsgruppe vor allem durch ihre Verkehrs- und Wirtschaftskompetenz aus. Aktuelle Projekte und Forschungsbemühungen erweitern diese um sozio-ökonomische, psychologische und energieökonomische Aspekte, so dass die Transdisziplinarität und die Fähigkeit zur Koordinierung von Querschnittsprojekten zu den Stärken der FGVT geworden sind.

Zusammen mit dem Institut für Telekommunikation an der htw saar, EuroTec Solutions GmbH, hat sich die Forschungsgruppe zum Ziel gesetzt den Straßenverkehr in Europa sicherer und effizienter zu gestalten.

Die FGVT bietet interessierten Studierenden die Möglichkeit in einem innovativen Forschungsbereich industrienah und doch wissenschaftlich zu arbeiten. In diesem Rahmen können Praktika absolviert und auch Abschlussarbeiten erstellt werden. Für die Abschlussarbeiten (Bachelor, Master, DFHI-Diplom) stehen den Studierenden in einem großen Themengebiet eine Vielzahl von Themen zur Auswahl.

Forschungsschwerpunkte