FGVT startet innovatives Forschungsprojekt in Merzig
PM_26082014Die Forderung nach mehr Sicherheit, Umweltfreundlichkeit und Effizienz im Straßenverkehr hat in der jüngsten Vergangenheit zur Realisierung einer Reihe von Forschungsprojekten im Bereich intelligenter Verkehrssysteme  geführt. Das Konzept umfasst die Kommunikation von Fahrzeugen untereinander und mit der Verkehrsinfrastruktur. Als Datenquelle liefert das Fahrzeug Informationen über aktuelle Gefahrensituationen, die Verkehrslage, Umleitungsempfehlungen, Parkplätze oder das Wetter an andere an das System angeschlossene Verkehrsteilnehmer. Weiterhin liefern sie statistische Daten zur Anpassung und Verbesserung von Verkehrsknotenpunkten und -systemen.

„Für dieses Vorhaben haben wir die Kreisstadt Merzig aufgrund ihrer Charakteristik als Kleinstadt mit moderner Verkehrsinfrastruktur ausgewählt“, erläuterte Projektleiter Prof. Wieker. „Das signifikante Verkehrsaufkommen durch den Autobahnanschluss sowie die Funktion als Verkehrsknotenpunkt machen die Stadt aus Sicht der Verkehrsforschung zu einem interessanten Standort“, erklärten Florian Petry und Matthias Scholtes von der Forschungsgruppe. Im Projektverlauf werden die vier Kreuzungen am Rathaus, am Landratsamt, am Kaufland-Kreisel sowie die Ab- bzw. Auffahrt in und aus Richtung B51 zwischen Hilbringer Brücke und Kaufland-Kreisel mit speziellen technischen Geräten zur Erfassung und Sammlung von Daten, die von Testfahrzeugen geliefert werden, ausgerüstet. Eine Kooperation mit dem öffentlichen Personennahverkehr ist geplant, um Busse als permanente Datengeber zu involvieren. Für eine Validierung der gesammelten Testdaten sind spezielle Kameras zur Erfassung der aktuellen Verkehrslage und der Testfahrzeuge vorgesehen. Das Testfeld wird die Daten über Mobilfunk mit einer Zentrale austauschen.

„Das Thema Optimierung des innerstädtischen Verkehrsflusses nimmt in der Kreisstadt Merzig einen hohen Stellenwert ein“, betonte Bürgermeister Marcus Hoffeld. Vor diesem Hintergrund unterstütze das Projekt „Intelligente Verkehrssysteme Testfeld Merzig“ die Stadt, indem es durch die gewonnenen Daten und Statistiken weitere wichtige Informationen liefere, „die wir als Kommune ggfls. im Rahmen unserer Anstrengungen zur Verbesserung der Verkehrssituation verwenden können.“ Darüber hinaus, so Hoffeld, sei mit diesem innovativen Forschungsprojekt der HTW Saar ein Imagegewinn für die Kreisstadt Merzig verbunden, da der Name der Stadt aufgrund der bundesweiten Ausstrahlungskraft des Projektes in die komplette Republik transportiert werde. „Wir wollen die Studenten bei Ihrer Arbeit unterstützen“, kündigte Hoffeld an und wies darauf hin, dass dieses bundesweite Projekt mit Fördergeldern in erheblichem Umfang bedacht werde.

Die Aufbauarbeiten in Merzig sind ab September 2014 geplant. Zunächst werden die beiden Kreuzungen Bahnhof-/Hochwaldstraße im Bereich des Rathauses und Lothringer-/Bahnhofstraße beim Landratsamt ausgerüstet. Die Nachrüstung der restlichen Kreuzungen ist für 2015 geplant. Die beiden Startkreuzungen werden mit jeweils 3 Kameras ausgestattet, um die aktuelle Verkehrssituation anonymisiert zu erfassen sowie speziell ausgerüstete Forschungs- und Testfahrzeuge zum Zweck der Testvalidierung zu erkennen. Die Forschergruppe wies darauf hin, dass die Themen Anonymität und Schutz der Privatsphäre Dritter besonders an dieser Stelle ein zentrales Element des Projekts seien und in jedem Aspekt Beachtung fänden. Infolgedessen würden lediglich Informationen von Testfahrzeugen erhoben.

Neben der Kreisstadt Merzig wird das Projekt auch durch das saarländische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr, den Landesbetrieb für Straßenbau, Swarco Traffic Systems GmbH, Heusch Boesefeldt GmbH, die Forschungsinitiative FHInvest des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie die saarländische Staatskanzlei unterstützt und gefördert.

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